Von der Besucheranalyse zum Überblick über Tracking und Gegenmaßnahmen

Der Martinsmarkt hat nicht nur viele Besucher zur Kreuzburghalle gelockt, sondern auch ein spürbarer Besucherstrom hat sich auf der Webseite des Gewerbevereins über die Veranstaltung informiert.

Webseitenbesucher zum Hainburger Martinsmarkt 2013 | Tobias Kemmerer
Dabei haben an beiden Markttagen etwa 2.000 Besucher einen Blick auf die Webseite geworfen, mit dem Höhepunkt von etwa 1200 am Marktsonntag. Auch in den Tagen ist ein deutlicher Anstieg über den Durchschnittswert von 37 Webseitenbesuchern pro Tag zu erkennen.

Rund 80% der Besucher gelangt über die Google-Suche auf unsere Internetpräsenz, wo rund 2 Minuten und 39 Sekunden verbracht werden. Dabei werden im Schnitt 2,64 interne Links und 0,41 externe Links angeklickt. Etwas mehr als ein Fünftel sprang nach einer Seite ab. Auf das Fotoalbum griff knapp die Hälfte der Besucher zu – dort allerdings ist derzeit kein Tracking eingerichtet, so dass eine genauere Analyse nicht möglich ist.

Kleiner technischer Einblick | Tobias Kemmerer


Technisch gesehen kam grob ein Drittel mit dem Internet Explorer, knapp ein weiteres mit dem Firefox, während Safari und Chrome (samt einem Rest Netscape) das letzte Drittel ausmachen. Die häufigste Kombination war dabei Windows 7 mit Chrome und einer Auflösung von 1366x768 Bildpunkten [45 Besucher], gefolgt von Android 4 Geräten mit 720x1280 Bildpunkten [39 Besucher]. Insgesamt haben die mobilen Endgeräte inzwischen einen Anteil von etwas über 35%.

Beispiel des Trackings eines Besuchers | Tobias Kemmerer
Wie durchdringend die Möglichkeiten des Trackings sind, zeigt folgendes Beispiels eines Besuchers. Dieser kommt am 06.11.2013 über die Telekom mit einem Windows 7 Notebook mit Google Chrome [v21] mittels der Google-Suche nach „Martinsmarkt Kreuzburghalle“ auf die Infoseite zum Martinsmarkt. Er wirft einen genaueren Blick in das Programm und stöbert dann im Fotoalbum. Nach knapp 4 Minuten, zurück auf der GV-Seite, wird der Standplan der Halle angeschaut und der Presseartikel zum Markt auf OP Online (für etwas über 2 Minuten) aufgerufen. Danach sind Neuigkeiten (Start- bzw. Portalseite) und Infos zum nächsten Neujahrsempfang und den Hainburger Markt 2014 dran. Abschließend wird der Ortsplan aufgerufen und als PDF heruntergeladen. Die Zeit auf der Webseite (exklusive Fotoalbum und op-online.de) beträgt 3 Minuten und 16 Sekunden bei 11 Aktionen.

Dieses Beispiel eines Benutzers auf nur einer Webseite sollte im Hintergrund der ausufernden Überwachung zeigen, wie transparent jeder einzelne geworden ist. Die Privatsphäre ist ein zu schützendes Gut, das sowohl staatlich Geschützt werden muss, aber auch von jedem selbst in die Hand genommen werden muss - insbesondere, wenn der Staat dabei kläglich scheitert.

Im konkreten Fall schützt die Browser-Erweiterung Ghostery davor, dass Tracking-Code (ungewollt) ausgeführt wird und informiert, welche Schnüffler auf einer Webseite aufgerufen werden. Daneben bietet die Firefox-Erweiterung Lightbeam (ehemals Collusion) das Trackingverhalten aller besuchten Webseiten im Zusammenhang (mach aber nur Sinn, wenn die Gegenmaßnahmen deaktiviert sind). Auch Werbe- und Script-Blocker sind eine sinnvolle Ergänzung, während Browser-Toolbars eher gegenteiliges bewirken. Eine Stufe weiter geht beispielweise PeerBlock, dass als IP-Filter auch anderen Programmen den Zugriff auf bestimmte Adressbereiche verwehrt (z.B. Werbung, Regierungsseiten, Malware). Auch ein aktueller Virenscanner sollte installiert sein, dessen Schutz ab und an mit einem Zusatz-Scanner, wie Houscall oder Stinger überprüft werden sollte. Außerdem empfiehlt es sich für verschiedene Rollen (Onlinebanking, Surfen, Soziale-Netzwerke, etc.) verschieden Browser zu benutzen – oftmals bieten sich portable Versionen an (für jede Rolle eine Kopie).

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