IHK OffenbachZum Herbst des Jahres 2019 geht der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main für die Region Offenbach erneut zurück, von 112,8 auf 105,1 Punkte. Die Zeichen für eine Rezession verfestigen sich.

IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner erklärt: „Das konjunkturelle Klima wird rauer. Die aktuelle Lage wird etwas, die künftige deutlich schlechter eingestuft. Dementsprechend schwach fallen auch die Investitionspläne der Unternehmen aus. Auch die Exporterwartung lässt nach und erreicht einen sehr niedrigen Stand. Trotzdem bleiben die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen positiv.“

Für die Unternehmen stünden drei Risiken im Vordergrund: Die Inlandsnachfrage, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und der Fachkräftemangel.

„54 Prozent der Unternehmen sehen in der Inlandsnachfrage ein Risiko für die eigene Geschäftsentwicklung. Vor allem die Industriebetriebe bekommen die schwächere Wachstumsdynamik zu spüren und geben an, weniger Auftragseingänge zu erhalten. Dahingegen ist die Lage bei den Dienstleistungsunternehmen durchaus stabil. Aber auch hier geht die Angst um, künftig einen konjunkturell bedingten Einbruch der Nachfrage hinnehmen zu müssen“, so Weinbrenner.

Das Risiko der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen werde mit 51 Prozent so hoch eingeschätzt, wie in den letzten sieben Jahren nicht mehr. „Die Unternehmen treiben dabei insbesondere die Steuer- und Bürokratiebelastung um. Zusätzlich belasten sie die zunehmenden Unsicherheiten im internationalen Handel. Der anstehende Brexit und der Handelskonflikt zwischen China und den USA werfen viele Fragen in der täglichen Exportabwicklung auf und erhöhen den Arbeitsaufwand, etwa durch die Erbringung von Nachweisen über den Ursprung von Waren zur Befreiung von Strafzöllen“, verdeutlicht der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Die Nachfrage nach zusätzlichem Personal bleibe erhalten, dürfe sich aber im Laufe des Jahres weiter abschwächen. „Dies hängt nicht zuletzt mit dem Fachkräftemangel zusammen, der von 43 Prozent der Unternehmen als Risiko für die eigene Geschäftsentwicklung wahrgenommen wird. 40 Prozent können offene Stellen dauerhaft nicht besetzen. Dies sollte zur Folge haben, dass Arbeitskräfte in konjunkturell schwächeren Phasen weniger schnell entlassen werden. Strukturelle Veränderungen wie der demographische Wandel fördern diesen Effekt“, ergänzt Weinbrenner.

Um die Auswirkungen der abflauenden Konjunktur abzumildern, bedürfe es jetzt Maßnahmen seitens der Politik, die die Unsicherheiten reduzieren und das Umfeld für die Wirtschaft attraktiver gestalten. „Hierzu zählt in Zeiten der Abschottung in erster Hinsicht die gemeinsame und starke Positionierung der EU-Länder für eine freie und stabile internationale Handelsordnung. Darüber hinaus finden sich gute Ansätze in der vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten Mittelstandsstrategie, die die Begrenzung der Steuerlast, eine Reduzierung von Bürokratie und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel vorsieht, der es nun gilt Taten folgen zu lassen“, so Weinbrenner abschließend.

(Quelle: https://www.offenbach.ihk.de/aktuelles/detail-ansicht/artikel/detail/News/konjunktur-flaut-ab/)